Wann ist Angst pathologisch?
  • Sie haben Angst, obwohl Sie keiner realen Bedrohung ausgesetzt sind.
  • Sie können das Auftreten und das Ausmass der Angst nicht kontrollieren.
  • Ihre Angst zeigt sich in körperlichen Symptomen wie Atemnot, Herzrasen, Schwindel und Übelkeit.
  • Sie vermeiden aus Angst objektiv ungefährliche Situationen.
  • Sie haben ausgeprägte Erwartungsängste - Angst vor der Angst - entwickelt.
  • Ihre Angstreaktionen führen zu einer massiven Beeinträchtigung Ihrer Lebensqualität.


Fakten über Angst
  • Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Leiden
  • Etwa 17 Prozent aller Menschen erkranken mindestens einmal in ihrem Leben daran
  • Sie werden häufig nicht oder erst spät korrekt diagnostiziert und zu selten spezifisch und adäquat behandelt
  • Unbehandelt zeigen Angststörungen zumeist einen chronischen Verlauf
  • Der Anteil von Frauen zu Männern beträgt mindestens 2:1
  • Das Erstauftreten primärer Angststörungen nach dem 45. Lebensjahr ist selten
  • Das Erkrankungsrisiko ist für geschiedene, getrennt lebende und verwitwete Personen erhöht


Wie wird die Diagnose gestellt?

Im Mittelpunkt der Diagnostik steht das therapeutische Gespräch mit Ihnen. Anhand der geschilderten Symptome stelle ich eine erste Verdachtsdiagnose.
Um körperliche Beschwerden der Angst, wie z. B. Atemnot und Herzrasen, von einer organischen Erkrankung unterscheiden zu können, erfolgt eine medizinische Untersuchung zum Ausschluss einer körperlichen Ursache.



Symptome einer Panikattacke
  • Atemnot, Engegefühl in Brust und Kehle
  • Angstgedanken - „Das ist ein Herzinfarkt“, „Jetzt sterbe ich gleich“, „Ich werde verrückt“ ...
  • Herzrasen
  • Hyperventilation - als Folge Kribbelgefühle in Gesicht und Händen
  • Zittern und Schweissausbrüche


Verhaltenstherapie Angsterkrankungen Selbsthilfe-Links



Selbsthilfe-Forum Angst

Burnout-Forum Helfen Sie sich selber, tauschen Sie Ihre Erfahrungen aus und geben Sie Infos über Angst weiter. »»





«Der Schrei»

Angststörungen in der Kunst„ich stand allein, bebend vor Angst. Mir war, als ging ein, unendliches Geschrei durch die Natur“.

Edvard Munch (1863-1941)


SF 1 - Video Angst




Behandlungsunterlagen

Ein Fragebogen zur Selbstdiagnose
Bearbeitungsdauer - ca. 5-8 Minuten

Schaubild körperlicher Symptome und Empfindungen bei Angst

Fragebogen zur Erfassung der Symptome bei Panikattacken

Die Bedeutung von Stress für die Auslösung von Angstanfällen

Erklärungsschema für den Teufelskreis der Angstanfälle

Darstellung des Modells am Beispiel einer Patientin mit Agoraphobie u. Panikstörung

Die Verhaltenstherapie unterscheidet drei Formen von Ursachen bei Angststörungen

Leiden Sie an einer Angsterkrankung? - Klassifikation nach ICD-10

Helfen Sie sich selbst - Die Teufelsblume mit Blütenblättern versehen


Psychotherapie Davos Online-Test

Haben Sie eine Angsterkrankung oder sind Sie gefährdet, eine zu bekommen?

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Expositionstherapie Angsterkrankungen Expositionstherapie

Bei einer Expositionstherapie setzen Sie sich in Begleitung mit mir wiederholt und schrittweise genau den alltäglichen Situationen aus, die Sie am meisten fürchten und denen Sie ohne professionelle Hilfe ausweichen würden. Nur so können Sie wiederholt die konkrete und korrigierende Erfahrung machen, dass das Angsterleben nicht in die Katastrophe führt.
Durch diese Gewöhnung - die moderne Verhaltenstherapie nennt diesen Effekt «Habituation» - kann Ihr Körper lernen, dass es sich nicht um eine gefährliche Situation handelt, und er muss dementsprechend nicht mehr mit dem Angstprogramm reagieren.

Dieser komplexe Umlernprozess setzt eine therapeutische Anleitung und Betreuung voraus - und Ihre starke Eigenmotivation, der Angst die Stirn zu bieten.


Angststörungen - Im Teufelskreis der Furcht

«Alarmsystem Angst» überempfindlich

PanikattackenLöst eine Spinne, ein Besuch im Supermarkt oder eine Fahrt im Lift bei Ihnen Panik aus? Oder kommt die Angst manchmal wie aus dem Nichts? Das Herz hämmert, der Atem fliegt – und Sie haben das Gefühl vor Angst verrückt zu werden?

Derart geplagte Menschen leiden unter einer Angststörung - der häufigsten psychischen Erkrankung unserer Zeit. Die Angst überfällt sie unangemessen stark und lange, ist nahezu unkontrollierbar. Massive körperliche und seelische Probleme sind die Folge. Experten unterscheiden zwischen verschiedenen Formen von Angsterkrankungen: Phobien, Panikstörungen und generalisierte Angststörung.

Phobien - Furcht vor Dingen und sozialen Situationen

Menschen, die an einer Agoraphobie leiden, fürchten und meiden öffentliche Orte oder Plätze - Kinos, Warteschlangen, Züge - in denen sie hilflos und ohne Fluchtmöglichkeit von einer Angstattacke überrascht werden könnten.

Personen, die an einer sozialen Phobie leiden haben masslose Angst, schlecht bewertet zu werden, wagen nicht, sich vor anderen zu äussern, fürchten Sitzungen oder Partys. Selbstzweifel und Schüchternheit blockieren im Extremfall jeden sozialen Kontakt.
In ihren jeweiligen Angstsituationen fürchten die Betroffenen, etwas zu tun oder zu sagen, was andere als peinlich empfinden könnten. Aus dieser Angst heraus versuchen sie, solche Situationen um jeden Preis zu vermeiden - und lösen so einen Teufelskreis aus.

Die soziale Phobie tritt häufig in Verbindung mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik auf. Typische Symptome sind Erröten, Vermeidung von Blickkontakt, Händezittern, Übelkeit und Harndrang. Patienten die unter einer sozialen Phobie leiden sind besonders anfällig für Hinweise für BetroffeneAlkohol- oder Medikamentenmissbrauch.

Panikstörungen - Attacke aus heiterem Himmel

PanikattackenBetroffene leiden unter immer wiederkehrenden Panikattacken, die scheinbar ohne äusseren Anlass auftreten. Sie empfinden plötzlich intensive Angst, die von ausgeprägten Illustration körperlicher Angstsymptomekörperlichen Symptomen begleitet wird: Innerhalb weniger Minuten kommt es zu Herzrasen, Atemnot, Zittern und Beklemmungsgefühlen. Viele haben starke Todesangst.
Eine Panikattacke kann einige Minuten andauern oder einige Stunden, meist sind es zehn bis 30 Minuten. Oft ist den Betroffenen nicht klar, dass ihre Symptome Ausdruck einer Panikstörung sind. Sehr häufig entwickeln Menschen mit einer Panikstörung in kürzester Zeit eine ausgeprägte Erwartungsangst, die so genannte Angst vor der Angst. Diese kann zu einem späteren Zeitpunkt in den Mittelpunkt treten und den sozialen Rückzug auslösen.

Generalisierte Angststörung - Grosse Sorgen ohne Grundlage

Generalisierte AngststörungMenschen mit einer generalisierten Angststörung sorgen sich krankhaft um alles und jeden: Das Kind könnte verunglücken, der Kollege Intrigen planen, der Benzintank explodieren. Das Gefühl einer nahenden Katastrophe ist so allgegenwärtig, dass Betroffene binnen kurzem hypernervös werden und Stressbeschwerden wie Verspannungen, Hitzewallungen oder Magenschmerzen entwickeln.
Im Gegensatz zu Panikstörung und den Phobien besteht bei der generalisierten Angststörung eine andauernde Angstsymptomatik.

Zu den Ängsten kommt noch eine weitere Belastung hinzu: Da das vegetative Nervensystem durch die Dauerbelastung mit den Ängsten aus dem Gleichgewicht gerät, werden Betroffene von ständigen körperlichen Symptomen geplagt, die oft durch Beruhigungsmittel, Alkohol oder andere Drogen gedämpft werden. Es kommt zu Komplikationen wie Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln, Alkohol oder gar Drogen. Zudem sind Depressionen und/oder Schlafstörungen oft die Folge der andauernden Verzweiflung über das Leiden.

Wie entstehen Angsterkrankungen?

weiter mit PDF-Dokumtent Drei Formen von Ursachen bei AngststörungenUm zu verstehen, wie Angststörungen beim einzelnen Menschen entstehen und sich zu einer Krankheit entwickeln können, ist es sehr wichtig, die genauen Ursachen zu kennen. Dabei unterscheidet die moderne Verhaltenstherapie: Drei Formen von Ursachen bei AngststörungenonDrei Formen von Ursachen.
Verhaltenstherapeuten sprechen auch von einer so genannten «multifaktoriellen Genese», das heisst, viele Dinge spielen in das Krankheitsbild hinein: psychologische und psychosoziale Phänomene, die Neurobiologie und auch die Genetik.

    Ein Schlüsselrolle spielen:
  • Traumatische Erfahrungen
  • Reale Verhaltensdefizite zur Bewältigung der Situation
  • Mangelndes Wissen über die bedrohlichen Objekte
  • Katastrophisierende Bewertung der Situation
  • Zu geringes Vertrauen in die eigenen Handlungsmöglichkeiten
  • Angst vor der Angst: Übertriebene Aufmerksamkeit auf autonome Erregungsprozesse kann einen Teufelskreis der AngstTeufelskreis der Angst in Gang setzen

Kognitive Verhaltensherapie - Bieten Sie der Angst die Stirn!

Zu Beginn der Therapie werden die Angstsymptome und körperlichen Beschwerden möglichst genau erhoben. Ausserdem müssen körperliche Erkrankungen z.B. Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder andere Angstverursachungen z. B. Medikamenteneinnahme, Alkohol oder andere Rauschmittel ausgeschlossen werden.
Schliesslich kläre ich ab, ob die Ängste nicht im Rahmen anderer psychischer Probleme (z. B. Depressionen) auftreten. Hier kommen manchmal Fragebögen oder Interviews zum Einsatz. Diese helfen mir, die spätere Behandlung genau anzupassen.
Eine wichtige Grundlage der Therapie sind Informationen über die Natur und Bedeutung von Angst. Für das Verständnis der späteren Therapieschritte müssen Sie wissen, was Angst ist, welche Bedeutung sie hat und wie sich Angst genau zeigt.
Entscheidend ist, dass Sie umlernen und Kompetenz im Umgang mit der Angst gewinnen. Dazu müssen Sie verstehen lernen, wie die Störung entstanden ist und wodurch sie aufrechterhalten wird.
Zu diesem Zweck wird eine Verhaltensanalyse durchgeführt. Die Verhaltensanalyse bildet die Grundlage für den Behandlungsplan und die Auswahl der Therapieverfahren (siehe Kasten rechts → Expositiostherapie).

Kognitve Verhaltenstherapie bei Panikattacken

    Bei Panikattacken umfasst der Behandlungsplan in den meisten Fällen vier Hauptaspekte:
  • Vermittlung eines plausiblen Erklärungsmodells zur Entstehung der Angst und Abbau falscher Vorstellungen über die Angst.
  • Kognitive Umstrukturierung - dabei geht es darum, mit Hilfe gedanklicher Übungen der Angst entgegenzuwirken und realistischere Bewertungen der Angstsituation zu erlernen.
  • Durch Expositionsübungen werden Sie schrittweise mit der angstauslösenden Situation konfrontiert. Sie lernen, dass Sie die Angst aushalten können und dass sie nach einer bestimmten Zeit abklingt, ohne dass Ihnen etwas Schlimmes passiert.
  • Grundprinzip der Behandlung ist es, nicht nur Ihre Angst zu reduzieren, sondern Ihnen auch Angstbewältigungsstrategien zu vermitteln, die Sie selbst einsetzen können.

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